Du trainierst regelmäßig, schwitzt auf dem Laufband oder dem Crosstrainer – und trotzdem tut sich an den Problemzonen einfach nichts?
Vielleicht hast Du Dir auch schon sagen lassen, dass Du „nur im richtigen Pulsbereich“ trainieren musst, damit das Fett endlich schmilzt. Der sogenannte Fettverbrennungspuls klingt logisch, wird seit Jahren propagiert – und ist trotzdem einer der größten Irrtümer im Fitnessbereich.
👉 Im Video zum Fettverbrennungspuls erklären wir Dir genau, warum dieses Konzept so hartnäckig ist – und warum es in der Praxis kaum funktioniert.
Im Folgenden findest Du die wichtigsten Inhalte noch einmal verständlich zusammengefasst.
Was steckt eigentlich hinter dem Fettverbrennungspuls?
Die Idee dahinter klingt zunächst plausibel:
Bei niedrigen Trainingsintensitäten nutzt der Körper prozentual mehr Fett als Energiequelle. Deshalb wird häufig empfohlen, bei etwa 110–130 Herzschlägen pro Minute zu trainieren – je nach Alter.
Das Problem dabei:
👉 Die Herzfrequenz ist hoch individuell.
Sie hängt unter anderem von Alter, Trainingszustand, Genetik und Tagesform ab. Ein fixer Pulsbereich kann also gar nicht für alle funktionieren.
Noch entscheidender ist aber ein anderer Punkt.
Fettverbrennung ist keine Momentaufnahme
Ja, bei niedriger Intensität wird anteilig mehr Fett verbrannt – aber der Gesamtenergieverbrauch ist extrem gering.
Oder anders gesagt: Du verbrennst zwar prozentual mehr Fett, aber insgesamt sehr wenig Energie.
Ein einfaches Beispiel macht das deutlich:
Selbst im Ruhezustand – also wenn Du gemütlich auf der Couch liegst – deckt Dein Körper rund 50 Prozent seines Energiebedarfs aus Fett. Trotzdem hat noch nie jemand erfolgreich abgenommen, indem er möglichst lange auf dem Sofa gelegen hat.
Warum?
Weil es am Ende nicht darauf ankommt, welcher Treibstoff gerade verbrannt wird, sondern wie viel Energie insgesamt verbraucht wird.
Der entscheidende Faktor: die Energiebilanz
Eine Gewichtsabnahme funktioniert nur über eine negative Energiebilanz.
Das bedeutet ganz einfach: Du musst über den Tag mehr Energie verbrauchen, als Du zuführst.
Und genau hier kommt die Trainingsintensität ins Spiel:
- höhere Intensität → höherer Energieverbrauch
- höherer Energieverbrauch → größere Chance auf ein Kaloriendefizit
- Kaloriendefizit → Fettabbau
Sportwissenschaftliche Fachgesellschaften sind sich hier einig:
👉 Nicht die Energiequelle während des Trainings entscheidet über den Fettabbau, sondern die Gesamtenergiebilanz.
Warum der Mythos trotzdem so hartnäckig ist
Der Fettverbrennungspuls hält sich deshalb so hartnäckig, weil er intuitiv logisch klingt.
„Wenn ich mehr Fett verbrenne, nehme ich mehr ab.“
Das Problem:
Wir betrachten dabei nur den Moment während des Trainings – nicht das, was im restlichen Tagesverlauf passiert.
Intensiveres Training hat nämlich einen entscheidenden Vorteil:
den Nachbrenneffekt.
Der Nachbrenneffekt – Fettabbau nach dem Training
Nach anstrengenden Einheiten, insbesondere nach Krafttraining oder Intervalltraining, bleibt der Stoffwechsel erhöht.
Der Körper benötigt zusätzliche Energie, um wieder in den Ruhezustand zu kommen. Dieser Effekt wird in der Sportwissenschaft als EPOC bezeichnet.
Das bedeutet:
👉 Du verbrennst auch nach dem Training zusätzliche Kalorien – teilweise über mehrere Stunden hinweg.
Dieser Effekt ist bei sehr lockerem „Fettverbrennungspuls-Training“ kaum vorhanden.
Was bedeutet das für Dein Training?
Natürlich heißt das nicht, dass Du Dich bei jeder Einheit komplett ausbelasten musst.
Die besten Ergebnisse erzielen die meisten Menschen mit einer sinnvollen Kombination aus:
- Krafttraining, um Muskelmasse aufzubauen und den Grundumsatz zu erhöhen
- Intervalltraining, um den Energieverbrauch zu steigern und Zeit zu sparen
- moderaten Einheiten, für Regeneration, Ausdauer und Wohlbefinden
Muskeln sind dabei ein entscheidender Faktor. Sie verbrauchen auch in Ruhe Energie und machen es deutlich leichter, das Gewicht langfristig zu halten.
Fettstoffwechseltraining – für wen ist es wirklich sinnvoll?
Reines Fettstoffwechseltraining bei sehr niedriger Intensität macht vor allem für Ausdauersportler Sinn, die mehrere Stunden am Stück trainieren – zum Beispiel im Radsport oder Marathonbereich.
Für die meisten Menschen mit begrenzter Zeit im Alltag gilt jedoch:
👉 Du musst nicht im Fettverbrennungsbereich trainieren, um Fett zu verlieren.
Fazit: Nicht der Puls entscheidet – sondern Deine Strategie
Der Fettverbrennungspuls ist kein Zauberbereich, der Fett automatisch schmelzen lässt.
Entscheidend sind:
- Deine Trainingsintensität
- Dein Gesamtenergieverbrauch
- Deine Ernährung
- und vor allem: Deine langfristige Strategie
👉 Wenn Du Deine Trainingszeit sinnvoll nutzen möchtest, lohnt sich ein Blick auf moderne, wissenschaftlich fundierte Trainingsansätze statt auf veraltete Mythen.
🎥 Schau Dir jetzt das Video zum Fettverbrennungspuls an, in dem wir das Thema noch einmal anschaulich und praxisnah erklären.
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